Sonntag, 25. Mai 2014

Wildkräuter-Wanderung im Zürcher Unterland

Von Dielsdorf über den Regensberg nach Niederweningen führte unsere Frühlingswanderung Anfang Mai. Es war ein ausgiebiger "Wanderspaziergang" durch üppig blühende Natur. Die Farbtupfer der Blumen inmitten der Wiesen und Kräuter begleiteten uns auf der gesamten Strecke. Nicht nur meine Wandergruppe, auch die Tiere genossen sichtlich diesen herrlichen, sonnigen Tag. Waldmeister, Margeriten, Teufelskralle, Wiesen-Bocksbart ... die Artenvielfalt am Wegrand war so beachtlich, dass ich am liebsten angefangen hätte, Wildkräuter zu pflücken. Aber wir hatten uns zum Wandern verabredet, also nahm ich mir vor, bald zurückzukehren und ein paar dieser Naturschätze mit nach Hause zu nehmen. Ich wohne in einer Flughafengemeinde und die Biodiversität lässt jedem Naturfreund auch hier das Herz aufgehen. Allerdings ist das Pflücken verboten: Den Flughafen Kloten umgibt ein herrliches Naturschutzgebiet. (Welchem ich eigentlich auch endlich mal einen Blogbeitrag widmen sollte).




Da sowieso nicht jeder meine Begeisterung für Wildpflanzen teilt, wiederholte ich wenige Tage später mit einer Kollegin einen Teil der Wanderung, um einige der leckeren und gesunden Pflanzen zu sammeln. Das Wissen um die Heilwirkung wild wachsender, einheimischer Pflanzen ist uralt aber immer mehr in Vergessenheit geraten. Seit einigen Jahren wird es nun endlich wiederentdeckt und mit Begeisterung genutzt. Das ist ja auch verständlich, schliesslich bringen sie viele für Gesundheit und Wohlbefinden wertvolle Inhaltsstoffe auf den Teller. Dass sie uns erst noch kostenlos zur Verfügung stehen, ist ein zusätzlicher Pluspunkt. Die Naturapotheke hat derzeit ihre Tore weit geöffnet und versorgt uns mit vielen leckeren Alternativen zum üblichen Speisezettel.

Ich kenne viele, aber längst nicht alle Wildkräuter und habe mir ein gutes Buch zum Thema besorgt. Wer an essbaren Wildpflanzen interessiert ist, bekommt hier ein wirklich hilfreiches Nachschlagwerk. Es ist zwar relativ schwer aber nicht gross, sodass es gut im Rucksack mitgenommen werden kann.



(Mit einem Klick auf das Bild werden mehr Infos angezeigt.)  


Das Highlight unserer kleinen Kräuterwanderung waren die Wälder voller Bärlauch. 

Die würzige, herbe Note des Bärlauchs ist vor allem bei Knoblauchliebhabern beliebt, hat sie doch den Vorteil, dass man, selbst wenn man ihn roh isst, am nächsten Tag nicht danach riecht. Ausserdem ist die Pflanze sehr vielseitig. Ob als Bärlauchsalz oder Bärlauchbutter (beides lässt sich einfach und rasch zubereiten) oder als Gemüse wie Spinat zubereitet, für Sossen (Pesto) oder als Zugabe für Salate und Aufläufe, wer den Geschmack liebt, wird immer neue Möglichkeiten finden, Bärlauch zu verwenden. 
In einem Gourmetrestaurant hatte ich einmal eine unvergesslich leckere Bärlauchsuppe gegessen, die ich versuchte nachzukochen. Nicht, dass meine Suppe nicht köstlich gewesen wäre ;-) , an die des Sternekochs kam sie natürlich nicht ran.
Ausser seinem Geschmack hat Bärlauch noch weitere Vorzüge: er senkt Blutdruck und zu hohe Cholesterinwerte, wirkt beruhigend, entzündungshemmend, regt den Stoffwechsel an, und kann Herzinfarkt sowie Schlaganfall vorbeugen.
Übrigens lassen sich auch seine hübschen weissen Blüten verwenden: Sie eignen sich als essbare Dekoration auf Salaten und Suppen.
 

Neben Löwenzahn und Brennessel, welche getrocknet als Tee verwendet werden, sammelten wir auch Klee. Während die roten Blüten gemeinsam mit Gänseblümchen (im Foto das sind allerdings Margeriten) als Dekoration einen hübschen Blickfang bieten und mitgegessen werden können, werden junge Blätter für Suppen, Gemüsegerichte oder in Kräuterquark verwendet. Als Tee wurde der Klee bereits von Hildegard von Bingen in der Frauenheilkunde genutzt. Er soll zudem blutreinigend und beruhigend bei Bronchitis und Husten wirken.
Ich habe mich neulich amüsiert, als ich einen Artikel las, in welchem stand, der Rote Wiesenklee sei erst in jüngster Zeit als Heilkraut entdeckt worden, noch nicht genügend erforscht und man könne Nebenwirkungen nicht ausschliessen, deshalb ... fragen Sie Ihren Apotheker oder noch besser Ihren Arzt, der wird Sie gut beraten und Sie mit Medikamenten versorgen, die ... ähm?? ... dann wohl sicher nebenwirkungsfrei sind...
Ich bin der Meinung, dass Schulmedizin, Naturheilkunde und spirituelles Heilen sich wunderbar ergänzen. Beiträge wie diesen, der vor seit Jahrhunderten erfolgreich angewendeten Kräutertees warnen, braucht es nicht wirklich.

Es würde den Rahmen meines Blogs sprengen, wenn ich noch weitere Wildkräuter hier vorstellen wollte. Auf allen von mir organisierten und geführten Wanderungen wird immer genügend Zeit eingeplant, den kleinen Dingen am Wegrand Beachtung zu schenken. Wem das gefällt, der darf mir gerne schreiben und auf unsere Wanderungen und Streifzügen durch die Natur dabei sein! admin /ät/ wanderforum.ch
Das muss ich allerdings noch anmerken: Wer sich erstmals mit Heilpflanzen und Wildkräutern befasst, sollte sich einer von einer fachkundigen Person geführten Wanderung anschliessen. (Ich bin leider nicht entsprechend ausgebildet und verfüge nur über eigene Erfahrungen). Im Internet finden sich verschiedene geführte Kräuterwanderungen oder Naturheiler, welche bereit wären, eine solche zu begleiten.

Wir freuen uns schon darauf, die ersten Beeren sammeln zu können. Ich kenne einen Ort, wo massenhaft wilde Erdbeeren zu finden sind und im Kanton Uri so einige Stellen voller Heidel- und Preiselbeeren.




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